Wie risikoreich ist der Handel mit den neuen Finanzderivaten?

Finanzderivate und ihr Risiko

Der Markt an Finanzderivaten ist Kurzem auch hierzulande um eine Variante reicher geworden. Seit 2009 können Privatanleger sogenannte binäre Optionen handeln und dabei zum Finanzabenteurer in eigener Sache werden. Die Angebote verheißen immense Renditen, in Wirklichkeit handelt es sich dabei jedoch um Wetten auf die Zukunft, bei welchen Anleger alles verlieren können. Vor allem unerfahrene Trader lassen sich schnell von den Versprechungen blenden und eröffnen euphorisch ein Handelskonto bei einem der zahlreichen binäre Optionen Broker, die unter anderem auf diversen Vergleichsportalen wie auf deutschefxbroker.de zu finden sind. Begünstigt wird dies zudem durch die relativ geringen Mindesteinlagen, welche für die Eröffnung eines Handelskontos erforderlich sind. Nach einiger Zeit stellen die meisten jedoch fest, dass die Gewinne doch nicht so üppig ausfallen wie versprochen.

Wirklich „Alles“ oder doch eher „Nichts“?

Wer im Internet nach dem schnellen Geld sucht, findet fast ausschließlich positive Aussagen. Die Rede ist hier zumeist von einer einfachen Art Geld zu verdienen und absolut seriösen Anbietern. Doch sind nun tatsächlich alle Online Broker seriös nur, weil sich im Internet nichts Negatives findet? Wie bei den meisten Dingen liegt auch hier die Wahrheit irgendwo dazwischen.

Wer sich mit Online Trading beschäftigt, sollte sich über eines im Klaren sein: Im Prinzip handelt es sich dabei um nichts anderes als Wetten. Der Trader platziert als eine Wette ob der betreffende Basiswert wie Gold oder Euro bis zum angegebenen Verfallszeitpunkt steigen oder sinken wird. Wird die Wette gewonnen gibt es zwischen 60 und 80 Prozent des Einsatzes als Gewinn ausgezahlt. Bei negativem Ausgang ist der Einsatz weg. Anders als bei Bankgeschäften in den siebziger Jahren etwa werden keine Aktien oder Fremdwährungen im Banksafe eingelagert. Dies ist mitunter ein Grund für die fehlenden Depotgebühren und niedrigen Transaktionskosten, was dem privaten Anleger zu Gute kommt.

Natürlich ist es möglich, die Kursentwicklung bei Währungen mit einiger Sicherheit richtig vorherzusagen. Allerdings gehört hierzu schon ein bisschen Erfahrung im Bereich technische oder Fundamentalanalyse, beispielsweise im Forex Trading, dazu.

Auf der anderen Seite des Tisches sitzt lediglich der Binäre Optionen, CFD oder Forex Broker, welcher die Finanzwetten anbietet.

Binäre Optionen oder Roulette, was ist profitabler?

Beim Roulette wird darauf gesetzt, in welchem der 37 Felder die Kugel am Ende landet. Zur Auswahl stehen 18 in Rot, 18 in Schwarz sowie die Null. Angenommen jemand setzt 100 Euro auf Rot, dann gewinnt er bei richtiger Vorhersage 100 Euro oder verliert seinen Einsatz, falls die Kugel auf Schwarz oder der Null landet. Die Gewinnwahrscheinlichkeit beträgt damit 18/37 oder anders ausgedrückt 48,55 Prozent. In Bezug auf die Auszahlungsstruktur lässt sich damit folgender Erwartungswert berechnen:

Erwartungswert= Gewinn*Gewinnwahrscheinlichkeit – Verlust*Verlustwahrscheinlichtkeit Ew= 100*0,4865 – 100*0,5135 = – 2,70

Pro Spiel werden also 2,70 Euro Verlust gemacht. Wie sieht es nun bei den binären Optionen aus?

Statt der Kugeln gibt es hier den Kurs des Underlying. Ach die Wettstruktur gestaltet sich bei binären Optionen etwas anders. Nehmen wir ein klassisches Beispiel. Bei einem richtigen Tipp können Sie 88 Prozent gewinnen und bei einer verlorenen Wette erhalten Sie oftmals noch 15 Prozent Ihres Einsatzes erstattet. Sie würde daher im Verlustfall lediglich 85% verlieren, nicht jedoch 100% wie etwa beim Roulette.

Ew= 88*0,5135 – 85*0,4865 = 3,8355

Das bedeutet, dass pro 100 Euro Einsatz im Schnitt etwa 3,8355 Euro gewonnen werden. Die genannten Zahlen entsprechen den Angaben eines realen Anbieters, je nach Broker können die Auszahlungsmodelle variieren, sodass sich bessere oder schlechtere Chancen ergeben können.

Broker werben mit Vertrauen

Der Handel mit Devisen oder CFDs ist für private Anleger schon seit mehr als 20 Jahren möglich. Deshalb gibt es in diesem Bereich eine große Zahl von Brokern, welche durch die Finanzaufsichten der betreffenden Länder reguliert werden. Bei binären Optionen handelt es sich dagegen um eine relativ exotische Anlagevariante, bei der nur wenige Broker reguliert werden.

Dazu sind die Angebote nicht immer auf den ersten Blick durchschaubar. So werben beispielsweise viele Binäre Optionen Broker mit hohen Profiten und niedrigen Kosten bei Wetten auf den Deutschen Aktien Index (DAX) oder die Google-Aktie. Als Alleinstellungsmerkmal wird dabei sehr oft ein reduziertes Risiko genannt. Setzt der Anleger bei seiner Wette aufs falsche Pferd, so verliert er statt dem gesamten Einsatz beispielsweise nur 85 Prozent. Bei den meisten binäre Optionen Broker liegt die minimale Rendite bei 85% und mehr Prozent (bis zu 350%). Der aus Steuergründen bevorzugte Firmensitz sind oftmals die zur EU gehörenden Insel Zypern, Malta oder Isle of Man. Da die nationalen Regulierungen immer EU-weit gültig sind, kommen so auch deutsche Kunden in vollem Umfang in den Genuss des Verbraucherschutzes.

Was hat es mit der Regulierung auf sich?

Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kürzlich mitteilte, reicht den Brokern bereits eine EU-weite Notifikation aus, um ihre Dienste auch in Deutschland anbieten zu können. Dabei wird auf Grundlage einer Erlaubnis im Land des Firmensitzes einfache die Zulassung für ein anderes Land innerhalb der Europäischen Union beantragt.

Zur Regulierung eines binäre Optionen Brokers gehört zunächst einmal, dass dieser bestimmte Auflagen erfüllen muss, ehe eine Zulassung ausgestellt wird. Die Auflagen betreffen unter anderem die Ausstattung mit einem bestimmten Eigenkapital sowie die Absicherung der angelegten Kundengelder. Wurde diese erste Hürde einmal genommen folgt eine regelmäßige Kontrolle durch die entsprechende Finanzaufsicht. Als sehr streng ist neben der deutschen BaFin auch die britische Finanzaufsicht bekannt.

Ebenfalls viele Aktien- und Forex Broker haben Ihren Hauptsitz – aus bereits erwähnten steuerlichen Aspekten – im Ausland. Die Regulierung durch eine staatliche Stelle gehört hier mittlerweile ebenfalls fast zum Standard. So ist beispielsweise sichergestellt, dass angelegte Kundengelder getrennt vom Firmenvermögen verwaltet werden. Bei einer Pleite gehören diese somit nicht zur Insolvenzmasse. Allerdings schützt eine Regulierung nicht in jedem Fall vor einem Zahlungsausfall wie das Beispiel des deutschen Forex Brokers „FXdirekt“ zeigt. Das Unternehmen ging aufgrund einer Überschuldung in Insolvenz. Aufgrund der Mitgliedschaft in der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) konnten die Anleger immerhin zu einem großen Teil entschädigt werden.